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Länderpokal 2010 des Jahrgangs 93 männlich |
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Bericht über ein „fast" perfektes Wochenende
Länderpokal 2010 des Jahrgangs 93 männlich in Naumburg
Die Schlagzeile in einer Zeitung müsste lauten
„93er setzen beim Länderpokal im Nauenburg neue Maßstäbe"
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Am frühen Freitagmorgen brachen 14 hoch motivierte Spieler mit ihren 3 Trainern und Betreuer in das weit entfernte Naumburg an der Saale in Sachsen Anhalt auf. Nach 6,5 Stunden angenehmer Busfahrt, trotz der widrigen Wetterverhältnisse, kamen wir im sehr verschneiten Naumburg an. Daher gleich an dieser Stelle: „Danke lieber Jürgen! Ein Busfahrer der richtig mitspielt und fiebert." - toll!
Nach dem reibungslosen Check in im Sporthotel Euroville (www.euroville-naumburg.de) galt es zu aller erst einmal ein wenig die Anlage zu erkunden. Da der starke Schneefall Fußballfelder, Volley- und Beachhandball- Anlagen komplett eingeschneit hatte, führte uns die Erkundungstour dann doch recht schnell in die an das Hotel angebaute Sporthalle. Die anschließende Abschlusstrainingseinheit trieb die Müdigkeit aus den Knochen. Nach der Stunde Training gab es im Speisesaal des Hotels noch ein leckeres Abendessen und so war der erste Tag in Sachsen Anhalt für uns auch schon beendet.
Der nächste Tag begann dann um 8.00 Uhr. Duschen, kleiner Spaziergang, anschließendes Frühstück und Teamsitzung für das Spiel gegen den Länderpokal-Titelverteidiger Schleswig Holstein (92er Jg.).
Unser Spiel sollte das 2. an diesem Tag sein. Nach einer kurzen Eröffnungsrede durch die Gastgeber, wurde das Spiel zwischen Sachsen Anhalt und Sachsen angepfiffen, was Sachsen Anhalt mit 5 Toren gewann.
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HV Schleswig Holstein gegen HV ARGE RLP (Anpfiff 10:45 Uhr)
Schleswig Holstein gelang es, die ersten beiden Tore zu werfen. Unsere Jungs blieben dran, so dass sich Schleswig Holstein nie mit mehr als einem Tor absetzen konnte. Und so ging es quasi bis fünf Minuten vor dem Schlusspfiff. Hier gelang es uns endlich, die erste Führung heraus zu werfen (22:23). In den letzten 5 Minuten deutete das Team dann an, was in den nächsten beiden Partien noch kommen sollte und gewannen schließen 23 zu 26. Das favorisierte Team aus dem Norden war geschlagen - wer hätte das gedacht! Die Freude war nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Trainern und mitgereisten Fans riesengroß. Zum Feiern war nicht wirklich Zeit, ein wichtiger Grundstein war gelegt und so ging es nach dem Mittagessen auf die Zimmer zum Mittagsschlaf. Ein erneuter Spaziergang im Gelände weckte das Team offenbar so richtig. Denn nach der anschließenden Taktikbesprechung ging die Truppe hoch konzentriert in das Spiel gegen Sachen und stellte in den ersten Minuten bereits klar, wer den Platz als Sieger verlassen würde.
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HV Sachsen gegen HV ARGE RLP (Anpfiff 17:15 Uhr)
Über 0:1 ging es über 5:9 - 6:12 bis zur 10-Tore-Halbzeitführung von 12:22! In der zweiten Halbzeit war das ARGE-RLP Team sogar zwischenzeitlich auf 16 Tore weggezogen (20:36). Allerdings ließen es die ARGE-Jungs ein wenig (zu) locker angehen und gewannen letzten Endes mit 29:38. Eine kurze Schrecksekunde hatten wir in diesem Spieler aber auf andere Art, als nämlich unser Spieler Joschka Nicolai im Gegenstoß mit dem heraus laufenden Torwart zusammen prallte. Beide Spieler mussten vom Platz, allerdings ist glücklicherweise nichts Schwerwiegendes passiert. Eine rote Karte gab es allerdings nicht. Auch die zweite Partie ging die ARGE-RLP - wie gesagt, wer hätte das gedacht. Und so sollte es am nächsten Tag zu einem echten Finale zwischen der ARGE RLP und Sachen-Anhalt kommen, die ihr Spiel gegen Schleswig-Holstein ebenfalls gewannen. Es war allerdings klar, dass unseren Jungs ein Unterschieden reichen würde. Ein echter Matchball also für unser Team. Den restlichen Samstagabend verbrachten RLP-Jungs mit Abendessen und einem gewünschten Saunabesuch im Hotel anstatt Bowling.
Sonntagmorgen. Das große Spiel. Das Finale. Keiner von uns hätte im Vorfeld daran geglaubt, erst recht nicht nach dem schwachen Auftritt beim Ländervergleich in „Göppingen" nur drei Wochen zuvor, dass es an diesem Tag um den Einzug in die Länderpokal-Endrunde im März gehen könnte. Die Jungs waren hoch motiviert. Wirklich nervös eigentlich keiner. Nach Spaziergang und Führstück stand die Teamsitzung mit Videoanalyse der Gegner an. Unser Landestrainer Martin Röhrig zauberte über Nacht, aus dem gesammelten Filmmaterial, ein gut 10 Minuten langes Video, mit sämtlichen Schwächen und Stärken des Gegners. Eine tolle Sache! Die Jungs saugten die Informationen förmlich auf. In der Halle, beim Warmmachen, war die Konzentration beider Mannschaften richtig zu greifen. Ein tolle Atmosphäre und das anschließende Spiel sollte dem gerecht werden.
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HV ARGE RLP gegen HV Sachsen-Anhalt (Anpfiff 11:15 Uhr)
Wie gegen Schleswig Holstein legte der Gegner gleich 2 Tore vor. Unsere Jungs waren hell wach, kamen in nur wenigen Sekunden wieder heran. Und so sollte es 50 Minuten hin und her gehen und wie eng die Sache war, zeigt der Spielfilm am Schluss des Berichtes deutlich. Im gesamten Spiel war dem Grunde nach nicht auszumachen, wer nun die bessere Mannschaft war. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit führten wir mit 9:6 - erstmals drei Tore vor - Team Timeout Sachsen Anhalt - 9:9 Ausgleich. Im Nachhinein war klar, dass dies wohl die Phase im Spiel war, in welcher wir den Vorsprung hätten halten oder gar ausbauen müssen. Letztlich gingen die Teams mit 12:12 in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte ging es, wie auch schon in der ersten Halbzeit, alle paar Sekunden hin und her. Mal lagen wir vorne, dann wieder Sachsen Anhalt. Doch ein Unterschied gab es. Das Team der ARGE spielt eine bärenstarke Abwehr. Allein in der 2. Halbzeit hatten wir den Gegner 12x am Zeitspiel. Jedes Mal waren die Jungs vom HVSA gezwungen, aus schlechter Position den Torabschluss zu suchen. Und das Glück war es, dass den Spieler aus Sachen-Anhalt hold war an diesem Tag, denn leider fand fast jeder dieser Notwürfe sein Ziel im Tor. Es war wie verhext. Vorne kämpften oder erspielten sich unsere Jungs saubere Torchancen. Die nicht alle so glücklich endeten, wie die der Kollegen des HVSA. Das soll die Leistung unserer Gegner in keinem Fall schmälern, aber sie waren schon das Team, welches ein wenig mehr auf der Sonnenseite stand - wie letztlich das Ende des Spiels dies auch unterstreichen sollte. Denn das Schicksal an diesem Tag wollte es dann so, dass es kurz vor Schluss mit einem Tor vor für Sachsen Anhalt stand und wir den letzten Angriff hatten. 35 Sekunden vor Schluss Team Timeout ARGE RLP. Taktische Vorgabe, 7 Mann auf den Platz und den Linksaußen frei spielen. Wiederanpfiff der letzen 35 Sekunden. Ball zweimal durchspielen, ansetzen der angesagten Auslösehandlung und unser LA kam tatsächlich in aussichtsreicher Position zum Wurf. Alles klappte, der Spielzug lief, der letzte Pass kam - nur das Tor, das Tor sollte nicht fallen.
Der sehr gut aufgelegte Torwart des HVSA blieb Sieger und sicherte seinem Team den Einzug in die Endrunde. Ein Bein stand uns im Weg, um den erstmaligen Einzug eines ARGE-Teams zu verwirklichen. Wie zuvor im ganzen Spiel blieb bei uns das Glück aus und so brachen schon vor Sekunden vor dem Schlusspfiff einige unsere Jungs zusammen. So nah dran und dann doch nicht geschafft.
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1.HZ: 0:1 , 0:2 , 1:2 , 1:3 , 2:3 , 2:4 , 2:5 , 3:5 , 4:5 , 5:5 , 6:5 , 6:6 7:6 , 8:6 , 9:6 , 9:7 , 9:8 , 9:9 , 10:9 , 10:10 , 11:10 , 11:11 , 11:12 , 12:12
2.HZ: 13:12 , 14:12 , 14:13 , 14:14 , 15:14 , 15:15 , 16:15 , 16:16 , 17:16 , 17:17 , 17:18 , 17:19 , 18:19 , 18:20 , 19:20 , 20:20 , 20:21 , 20:22 , 21:22 , 22:22 , 22:23 , 23:23 , 24:23 , 24:24 , 25:24 , 25:25 , 25:26
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Sachsen Anhalt feierte und unsere Jungs lagen, nach einem phänomenalen Wochenende, tief enttäuscht auf dem Boden der Halle. Es flossen einige Tränen und es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Gemüter beruhigten. Man war so dicht dran, wie noch nie zuvor und auf der Zielgeraden, wenige Meter vor dem Zielstrich, ging der Motor einfach aus. Ein kleiner Trost war die Rede des DHB-Offiziellen und DHB-Trainers Wolfgang Sommerfeld, der in seinem Schlusswort an alle Mannschaften sagte, dass er noch nie ein so gutes Jugendspiel in einer Länderpokalvorrunde gesehen hätte, wie hier im letzten Spiel. Und das nicht das bessere Team weitergekommen ist, sondern das Glücklicher. Klar, unsere Jungs können sich davon nichts kaufen, wie man so schön sagt. Und alle Wenns und Abers bringen uns nicht weiter und sind auch kein echter Trost. Das ist klar! Und so nützt es auch nichts, dass man(n) nachgrübelt - egal Spieler oder Trainer, hätte man in der 7 Minute das, in der 19. vielleicht das und in der 36. Minute jenes gemacht. Das Ding ist rum und so ist Sport - er macht super viel Spaß, kann aber auch sehr weh tun. Und da passt auch ein Zitat von Sir Winston Churchill sehr gut (in leichter Abwandlung) „Erfolg ist, wenn man einmal mehr aufsteht, als man umgeworfen wird". Aus diesem Grunde werden die letzten Tage unsere Jungs auch nicht wirklich umwerfen, sondern richtig weiterbringen - und sicher auch schon gebracht haben, im Bereich der sportlichen, vor allem aber der sozialen Entwicklung. Und das ist auch ein toller Lohn.
Das ganze Team der ARGE-RLP, die Mitglieder der drei Landesverbände und die Eltern sind stolz über diese tolle Leitung. Hut ab!!
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Vorstellung unseres Teams:
Spieler: Christopher Flöck (TW), Niklas Schmitt (TW), Joschka Nicolai, Tobias Schmitt (7), Florian Lipp (2), Steffen Christmann (22/8), Max Grethen (11/1), David Oetzel (5), Michel Mantsch (11), Max Zerwas (3), Julian Doppler (4), Alexander Schreiber (8), Christopher Klee (13), Felix Hemmes (1).
Offizielle: Landestrainer: Daniel Fellenzer, Thomas Gaubatz und Martin RöhrigDennis Krause (Physiotherapeut) und Chris Hangen (Delegationsleitung)
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Und als Schlussworte und schöne Zusammenfassung, passen hier die Worte des Landestrainers, der nun am längsten dabei ist, sehr gut (Thomas Gaubatz):
Ein "Wahnsinns-Spiel". Ein permanentes Wechselbad der Gefühle. Alle Höhen und Tiefen werden durchlebt. Führung, Ausgleich, Rückstand, Rückstand mit 2 Toren, Rückstand mit einem Tor, letzter Angriff alles oder nichts. Auszeit, Torhüter raus, 7. Feldspieler aufs Feld. 5 Sekunden vor Schluss freier Wurf von links außen, Torhüter hält! Aus - Vorbei.
Grenzenlose Enttäuschung, Fassungslosigkeit, Trauer und viele Tränen......
Ein paar Meter weiter grenzenloser Jubel, das Kontrastprogramm halt....
So schön und auch grausam kann Sport sein!
Aber, sicher für alle in der Halle ein irres Erlebnis. B-Jugend Handball auf allerhöchstem Niveau mit einem etwas glücklicheren Sieger am Ende. Beide Teams bewegten sich an diesem Tag auf Augenhöhe! Danke an alle Spieler für dieses jederzeit faire und attraktive „Wahnsinns-Spiel!"
An Sachsen-Anhalt gehen die besten Wünsche für die anstehende Endrunde. Macht so weiter!"
In das Allstar Team, in diesem Jahr wieder eingeführt, wurden am Ende dann Christopher Klee, als bester Rückraum Links und Steffen Christmann als bester Kreisläufer gewählt. Glückwunsch Jungs!
Nach dem Mannschaftsfoto, dem Mittagessen und dem Auschecken traten wir die Heimreise aus dem mittlerweile total verschneiten Sachsen Anhalt an. Wir hielten, wie auf der Hinfahrt, zur Stärkung, bei einem Restaurant einer bekannten Fastfoodkette. Die Busfahrt, sie hätte in tiefer Trauer ablaufen können, aber die Jungs wussten was sie geleitstet haben und so wurde gefeiert und gesungen, wie bei der Heimfahrt der Siegermannschaft. Ein echter Fingerzeig, was hier in den letzen zwei Jahren zusammen gewachsen ist, quer durch Rheinland-Pfalz. Zusammenhalt und Freundschaft in einer Truppe, die sich sonst nur als Gegner in der Jugendregionalliga kennt und wo sich die Jungs auch wieder sehen werden, in den nächsten Jahren. Schon beispiellos, was das Abziehen der Vereinsbrille und gute Zusammenarbeit bewirken kann.
Jungs - danke für die gute Zeit und ein Dank an alle, die das möglich gemacht haben.
Chris Hangen, für das Team der ARGE RLP
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Stehend: Chris Hangen, Dennis Kraus, Thomas Gaubatz, Max Zerwas, Michel Mantsch, Julian Doppler, Christopher Flöck, Niklas Schmitt, Felix Hemmes, Christopher Klee, Martin Röhrig, Daniel Fellenzer
Vorne: David Oetzel, Alexander Schreiber, Florian Lipp, Joschka Nicolai, Tobias Schmitt, Max Grethen, Steffen Christmann
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