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Das deutsche Elitekader-Gespann Ralf Damian und Frank Wenz weilte Ende Mai auf Einladung des „USA Team Handball“ in Las Vegas, um dort mit weiteren nationalen und internationalen Schiedsrichtergespannen die offenen US-Meisterschaften zu leiten. Die beiden Rheinhessen geben uns einen interessanten Einblick in ihr Schiedsrichter-Tagebuch.
Erster Tag: Die Anreise erfolgt über Frankfurt und Los Angeles. Nach 13 Stunden Flug erreichen wir 18 Uhr Ortszeit Las Vegas. Am Flughafen werden wir von unseren aus Minden stammenden und in Florida lebenden Betreuer Dr. Klaus abgeholt. Nach ersten Eindrücke von Las Vegas und dem Einchecken im Hotel South Point stand die Besichtigung der Sporthalle, die am Mittwoch mit Ausnahme eines riesigen Trucks und einem Betonboden noch völlig leer war, auf dem Programm. Die Aufbauarbeiten in der Halle haben am Abend vor dem ersten Turniertag mit ehrenamtlichen Kräften aus Las Vegas begonnen.
Zweiter Tag: Nach neun Stunden Zeitverschiebung stand zunächst Akklimatisation und ein wenig Bummeln über den Boulevard sowie Shopping auf dem Programm. Um 18 Uhr fand die technische Sitzung mit allen Schiedsrichtern und den Team-Chefs statt. Anschließend hat uns der Präsident des US-Verbandes, Dieter Esch, zum Abendessen eingeladen und uns in diesem Rahmen persönlich begrüßt.
Dritter Tag: Beginn der Meisterschaften! Es hatten sich acht Frauenteams qualifiziert. Bei den Männern wurde eine offene Klasse mit zehn Teams und eine Eliteklasse mit zwölf Mannschaften gespielt, auch diese Teams mussten sich qualifizieren. Gespielt wurde in der Halle des South Point Hotels, in der mittlerweile drei Spielfelder und Tribünen eingebaut waren. Der Hallenboden war identisch mit dem zum DHB-Final-Four der Frauen in Riesa verwendeten. An diesem Tag hatten wir fünf Spiele zu leiten, das erste 8 Uhr und das letzte um 19 Uhr. Die Spiele der Elite liefen über die volle Spielzeit, die Frauen und Open lediglich über 50 Minuten. Ab und an wurden wir von Sabine Wenz am Zeitnehmertisch begleitet, was uns natürlich einigen Spaß bereitete.
Vierter Tag: An diesem Tag hatten wir drei Spiele zu leiten. Als letzte Partie das Halbfinale der Männer. Dieser Tag ließ dann auch ein wenig Freiraum für einen Besuch des schönen Hotelpools oder um das Champions-League-Finale im Fußball zwischen Bayern und Mailand im Fernsehen live zu verfolgen. Auch die Handball-Bundesliga-Partie zwischen Hamburg und Kiel haben wir am frühen Morgen über einen Live-Stream schauen können. Übrigens verfolgen viele der US-Spieler die HBL über das Internet und haben uns deutsche SR aus diesem Grund gekannt.
Fünfter Tag: Wir wurden für das Frauen-Finale nominiert. Dieses Spiel wurde gewonnen von dem Team der Housten Firehawks, die damit US-Meister wurden. Die Mannschaft hat auf einem beachtlichen Niveau (Regionalliga) agiert. Einige Spielerinnen könnten in Deutschland sicher auch in der 2. Bundesliga spielen. Bei den Männern schwankte das Niveau sehr stark. In der Open-Klasse bewegte sich das Niveau zwischen Kreis- und Verbandsliga, in der Elite zwischen Verbands- und Oberliga. Einige Spieler hätten sicher Regionalligaformat.
Fazit: Insgesamt war das Turnier sehr gut organisiert und die Offiziellen und Teilnehmer mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache! Die Spieler und Trainer hatten ihre Kosten für Reise und Übernachtung selbst zu tragen. Die Organisatoren vor Ort haben vollkommen ehrenamtlich gearbeitet und waren vier Tage im Einsatz. Wir konnten aus Schiedsrichter-Sicht viele Tipps und Informationen weitergeben und hatten einen regen und intensiven Austausch mit unseren amerikanischen Kolleginnen und Kollegen.
Nach dem Ende des Turniers haben wir uns bei einem gemeinsamen Abendessen von unserem Betreuer Dr. Klaus verabschiedet. Er hat sich perfekt um uns gekümmert und wir haben viele regeltechnische Informationen ausgetauscht, da Dr. Klaus für die Ausbildung von Zeitnehmern/Sekretären in den USA zuständig ist. Wir waren sehr erfreut über die offene und freundliche Art der Teilnehmer des Turniers und der Menschen in Las Vegas. Diese Reise mit den Spielen war eine besondere und beeindruckende Erfahrung. Wir glauben, dass es sich lohnt, die Bemühungen in den USA um den Handball zu unterstützen, denn es gibt ein riesiges Potenzial! |